Mal abgesehen davon, dass die Sitze auf den Draisinen recht bequem aussehen, klingt der Rest ja richtig doof.
Ich fand eigentlich das Beste an der Draisinenfahrerei auf den bekannten Strecken, dass man weitegehend freizügig entscheiden konnte, wo man durchfährt und wo man stoppt. Draisine ausgegleist und ab Zum Minigolf, zum Essen, zur Eisdiele oder wohin auch immer. Zur Eisdiele wahlweise auch ohne auszugleisen
Ich habe mich beim Fernsehbericht über die Elektrodraisinen schon gefragt, wie man es mit den schweren Dingern denn schafft, dass die Anderen überholen können, wenn man gerade keine Lust hat, weiterzufahren. Einfache Antwort - es geht nicht. Aber dass das Ganze dann in Bürokratie und Konvoifahrerei endet hätte ich nicht erwartet. Touristische Impulse für die Ansiedlungen entlang der Strecke werden sich also stark in Grenzen halten, aber es gibt ja dort auch fast nur Niemandsland.
Und wenn man an der Endstation dann auch noch "rechtzeitig" wieder zurückfahren muss und dafür dann wahlweise sein Schnitzel oder die Schwarzwälder Kirschtorte unter Zeitdruck essen muss, dann dürfte der Spaßfaktor doch recht gering ausfallen. Den Preis hingegen - bei voll ausgelasteter Draisine zwischen knapp 12 und 17 Euro pro Person - halte ich für ganz okay, der Preis für eine normale 4-Personen-Fahrraddraisine bei der "Konkurrenz" liegt auch so bei ca 10 Euro pro Person.
Also hätte man besser gleich einen 515 (fährt auch mit Strom, und irgendwo gibt es doch sicher noch einen), einen schönen 628 oder einen nicht ganz so schönen Schienenbus fahren lassen können, mit zwei Zugpaaren am Tag und mit genaueren Abfahrtszeiten. Durchgängig mit 15 km/h, und Zwischenhalte gibts keine, die braucht man ja offenbar auch für die Draisinen nicht und das spart Energie. Dafür hätte man einen windgeschützten Platz gehabt. Aber wahrscheinlich geringere Fahrpreise verlangen müssen.
Mal sehen. was daraus wird.
Mit freundlichen Grüßen
Ralph Dißinger a.k.a. Lokleitung