Bei Linien, die an fünf aufeinander folgenden Haltestellen auf der Mischverkehrstraße halten müssen, kann ich es ja noch nachvollziehen, wenn man nach einigen Durchfahrten eine kleine Verfrühung einfährt. Dass so etwas vorkommen kann, dagegen könnte man doch aber in einigen Fällen schon bei der Fahrplankonzeption entgegenwirken (und ich meine Beispiele dafür zu kennen). Man erstellt den Fahrplan im Bereich der Mischverkehrsstraße einfach derart eng, dass eine verfrühte Abfahrt selbst bei der Durchfahrt aller Haltestellen unmöglich ist und setzt Puffer auf die nächstgelegene Haltestelle mit eigenem Bahnkörper oder Busbucht. Die Rohrbacher Straße z.B. ist da ein Negativbeispiel. Jede Haltestelle ergibt eine Minute, auf einer Mischverkehrsstraße mit vergleichsweise geringen Haltestellenabständen und hohem Tempo (50kmh) ergibt das nicht selten eine Verfrühung. Dann muss der Verkehrsverbund im Fahrplan entgegenwirken, indem auf der Strecke ein bis zwei Minuten verkürzt wird (man fährt also fast immer mit geringer Verspätung, aber nie zu früh) und am Bahnhof Weststadt oder in Rohrbach Zentrum wird die gleiche Zeit als Puffer angehängt.
Viele Städte verzichten auch beabsichtigt auf Busbuchten, um den Durchgangsverkehr zu verlangsamen. Ich denke damit sollte klar sein, dass die 20s die noch auf der Uhr stehen einfach an der Haltestelle abgewartet werden. Dauert der Fahrgastwechsel länger, tut man es doch ebenfalls.
Was ihr gerade etwas auszublenden versucht: Diese Argumentation kommt bei eigenen Bahnkörpern und Bussen mit Busbucht überhaupt nicht zum tragen. Dort kommt es aber trotzdem vor und wie Lokleitung verständlich gemacht hat auch noch tolleriert. Es ist einfach nur eine faule Ausrede für Unaufmerksamkeit beim Personal, Gleichgültigkeit oder dass man die Mitarbeiter dazu nicht disziplinieren kann oder will, zu warten bis auf dem RBL ein Plus vorne dran steht.
-0:40 auf dem RBL und Abfahrt an einer Haltestelle mit eigenem Bahnkörper. Frei nach dem Motto: "Als Bahner bin ich der Chef und wem es nicht passt, der soll doch zu Fuß gehen. Selbst Schuld, wer sich kein Auto leisten kann."
Zitat
Die DFIs in der Stadt verkürzen zwar gefühlt das Warten für Fahrgäste, die bereits an der Haltestelle sind, helfen aber denen nicht, die noch gar nicht an der Haltestelle angekommen sind. Dafür gibt es jetzt Echtzeitinformationen im Netz und sogar eine Karte, auf der man alle Busse und Bahnen verfolgen kann. Damit können sogar Sekundenfuchser nach einiger Übung planen, wann genau sie das Haus verlassen müssen, um ja keine Wartezeit an der Haltestelle absitzen zu müssen.
Die RNV Start info App zeigt aber nicht an, wenn ein Fahrzeug
zu früh unterwegs ist, denn dann wird
+0 angezeigt. DB Navigator auch nicht (ist dort auch nicht notwendig

). Und warum nicht? Weil man davon ausgeht, dass das Fahrzeug an der nächsten Haltestelle die Abfahrtszeit abwartet oder welchen Grund wird das sonst wohl haben, dass es nicht angezeigt wird?
Zitat
Ganz ohne digitale Helferlein praktizierte meine Mutter das bereits in den 60er Jahren: Wenn sie das Quietschen der Straßenbahn in der Kurve an der nächsten Ecke hörte, war es höchste Zeit, zur Haltestelle zu springen. Vielleicht sollten wir wieder aufhören, die Kurven zu schmieren
Wenn eine Bahn einfährt versuche ich normalerweise zu sprinten, um noch etwas eher an der Haltestelle zu sein. Könnte ja auch die verspätete Vorgängerbahn sein und ich bin früher(TM) bei der Arbeit oder daheim.
Wenn Du so wie ich zum (wirklich) arbeitenden Teil der Bevölkerung gehörst und trotzdem den öffentlichen Verkehr nutzen willst, dann muss das wirtschaftlich sein. D.h. ich kann nicht einfach überall 10min. Wartezeit oder 30min. Umstiegszeit einplanen, nur weil ich damit rechnen soll, dass Busse und Bahnen nach Lust und Laune auch mal zu früh abfahren.