Wenn's nur daran liegen würde, daß jemand gerne Busse sieht, dann wäre ich ja fast erleichtert. Das sollte auch keineswegs ein persönlicher Anwurf gegen unseren Busfotografen sein - Verzeihung, wenn das so rübergekommen ist. Im Hobbybereich habe ich volles Verständnis für erstmal naheliegende Argumente, die sich bei genauerem Hinsehen als Irrweg erweisen.
Das Schlimme ist nur, ich muß mich im Beruf gegen genau solche Argumente verteidigen, die sogar von Profis vorgetragen werden, welche es eigentlich besser wissen sollten. Die glauben wirklich, man könne sich teure Investitionen in neue Straßenbahnstrecken sparen und eine gleichwertige ÖV-Versorgung mit Bussen erreichen, gerne auch elektrisch weil's gerade hip ist. Da wird auch viel von bedarfsgerechten Linienwegen zu verschiedenen Tageszeiten erzählt, und von den Schwierigkeiten, wo man denn überhaupt die Gleise verlegen wolle. Das noch Schlimmere ist, daß Entscheidungsträger in der Politik sich davon verunsichern lassen und um jeden Meter neue Schienenstrecke einen Eiertanz aufführen, der das ganze Projekt um Jahre oder gar Jahrzehnte verzögert. Ihr kennt das ja mit der Zeiteinheit "Heidel"... Neue Straßen dagegen sind fast nie zu teuer und werden weitaus weniger kritisch hinterfragt.
Viele Grüße,
Martin