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Rückblick: Familientag 2019 in der "Essity" (ex SCA) (442 Klicks)

25. Dezember 2019 04:11
Am Samstag, 14.09.2019, fand nach 5 Jahren (endlich) wieder ein Familientag in der "Essity" (ehemals SCA) in Mannheim-Sandhofen statt. Gefeiert wurde "135 Jahre Werk Mannheim".



Jeder Werkangehörige durfte bis zu 10 Personen mit ins Werk nehmen, was aber nicht kontrolliert wurde. So drängten sich bald zwischen 15000 und 20000 Besucher im Werk aneinander vorbei. Später waren die Gehwege der Sandhofer Straße links und rechts der Stadtbahngleise völlig zugeparkt.
Am Eingang waren Stände aufgebaut, an denen Kinder Spiele mitmachen oder sich körperlich betätigen konnten. Im Festzelt gab es Getränke und Snacks zu günstigen Preisen. Ein Alleinunterhalter sorgte für die musikalische Untermalung. Es war zudem ein Bus-Shuttleverkehr eingerichtet, um die Besucher im weitläufigen Gelände (ca so groß wie die Mannheimer Innenstadt) zu den einzelnen Stationen zu transportieren.

Hinter dem Eingang kommt man zuerst an der Kläranlage vorbei; im Gegensatz zu früher(TM) wird heute nur noch völlig reines Wasser in den Rhein geleitet. Der dazu nötige Kanal unterquert die Stadtbahngleise etwa in Höhe der Haltestelle "Papyrus", verläuft parallel zur Sandhofer Straße nach Norden, biegt in Höhe der Bürstadter Straße nach links ab und mündet ca 400 Meter oberhalb der "Theodor-Heuss-Brücke" (Autobahnbrücke A6) in den Rhein. Ein Teil des geklärten Wassers wird zudem im Werksgelände durch einen Fischteich geleitet.



In der Hackerei werden ganze Baumstämme innerhalb weniger Sekunden klein gehackt, begleitet von infernalischem Lärm und Erschütterungen wie bei einem Erdbeben. Im Außenbereich lagern ständig ca 300 000 Tonnen Holz, was einem Vorrat von ca 4 Wochen Papierherstellung entspricht.

Kernstück des Kraftwerks ist der 111 Meter hohe Kamin, welcher ständig von mehreren Kameras gefilmt und die Bilder auf die Monitore in der - gut klimatisierten - Leitwarte übertragen werden. Man konnte auch einen Blick in die Turbinenhalle werfen - aber bitte nur mit Ohrenschutz.

Die Nase wurde an diesem Tag stark beansprucht - von unangenehmen Gerüchen (Kläranlage, Säuren, Laugen) - bis hin zu sehr feinen Düften (Lotionen, die in die Taschentücher gespritzt werden).

Am interessantesten sind sicher die Watte- (Tissue-) Maschinen; riesige Maschinen in großen Hallen, auf denen die Papierbahn über einen rotierenden Zylinder geführt und getrocknet wird. Der Zylinder rotiert mit mehreren hundert Umdrehungen pro Minute und wird mit 580 Grad heißem Dampf beheizt. Die Papierbahn wird auf einer Rolle aufgewickelt. Ca 40 000 Meter Papier passen auf eine Rolle. Alle ca 35 Minuten ist eine Rolle voll. Kurz bevor die Rolle voll ist, heben Arbeiter eine neue Rolle in die Maschine. Die Anzeige zeigt 39 000, dann 40 000, dann fast 41 000 Meter an... schließlich tut es einen Schlag, die Papierbahn wird innerhalb kurzer Zeit abgeschnitten und sofort auf die neue Rolle aufgewickelt.
Die volle Rolle wird anschließend aus der Maschine gehoben, einmal in der Mitte durchgeschnitten und mittels selbstfahrenden Hubwagen ins Lager transportiert. Später werden die Rollen wieder abgerollt und zu Klopapier, Küchentüchern, Handtüchern usw weiterverarbeitet.

Am Eingang der Hallen mit den Tissue-Maschinen passten Mitarbeiter auf, dass jeder, der rein wollte, auch Ohrenschutz trug. Warnschilder warnen zudem vor "Einzuggefahr" - und an den Wänden alle paar Meter eine Batterie mit verschiedenen Feuerlöschern.

Eine neue Rolle wird in die Maschine eingehängt:



35800 Meter Papier auf der Rolle:





Ganz schön viel:



Ganz schön laut:



Die Wattemaschine, gebaut und geliefert von der Firma "Voith" in Heidenheim (a.d. Brenz):



Anschließend werden die Papierrollen wieder abgerollt:



Auf dem Werksgelände konnte noch eine alte Wagendrehscheibe gesichtet werden, die aber scheinbar nicht mehr in Betrieb ist:



Schließlich erhielt jeder Besucher am Ausgang noch mehrere randvoll gepackte Tüten mit Hygieneartikeln, die in Mannheim produziert werden - natürlich gratis.

Der Güterverkehr in die Essity beschränkt sich heute auf die Anlieferung von Holz und Chemikalien in Kesselwagen. Leider ist die Anlieferung von Papyrusballen per Schiff und der Transport über die Sandhofer Straße ins Werk mittels Güterwagen vor ein paar Jahren zum Erliegen gekommen; hier ein Bild aus 2014:





8-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.12.19 08:53.
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