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Re: Federspeicherbremse (316 Klicks)

14. Januar 2020 19:39
Na ja.

Der Name "Federspeicherbremse" sagt es doch eigentlich schon aus. Bei dieser ist die Bremskraft in einer Feder gespeichert und zum Lösen der Bremse muss irgendwie ein Gegendruck aufgebaut werden. Und natürlich bremsen sie ab, wenn die Kraft, die der Feder entgegendrückt, ausfällt (egal, ob der Federspeicher durch Luftdruck oder Hydraulik gelöst wird).

Heutzutage sind Federspeicher als Haltebremsen Stand der Technik, nicht nur bei Bahnen, sondern auch bei LKW und Bussen.

Das war nicht immer so.

Die städtischen Sechsachsdüwags in Mannheim und Ludwigshafen (außer Typ Mannheim), die ersten Heidelberger Sechsachserserien, die ersten beiden Bauserien der OEG-Gt8 und auch die RHB-Hängerzüge und -Zwölfachser hatten ab Werk noch Solenoidbremsen als Haltebremsen (also Bremsen, in denen die Bremskraft durch Elektromagneten generiert wird).
Wenn die Bahn stromlos stand und die Batterie deshalb durch den Umformer nicht geladen wurde, konnte es passieren, dass sich bei Erschöpfung des Batteriestroms die Haltebremsen lösten und, wenn der Wagen nicht anderweitig gebremst und in einer geneigten Strecke abgestellt war, dieser abrollte, bis er durch irgendein Hindernis aufgehalten wurde. Diese Wagen hatten als Festhaltebremsen noch mechanische Handbremsen.

Die städtischen Sechsachser fuhren so bis zu ihrer Ausmusterung.

Die Mannheimer und Ludwigshafener, die zu Achtachsern umgebaut wurden (bzw. die Ludwigshafener, die ab Werk als Achtachser geliefert wurden) hatten im zweiten Laufgestell zusätzlich eine Federspeicherbremse erhalten, die während des Abbremsens wirksam war, um die notwendigen Bremswerte zu erreichen. Diese Bremse wäre aber alleine nicht in der Lage gewesen, das komplette Fahrzug festzuhalten, sodass der Rest (Solenoide und Handbremse als Ratsche) unverändert blieb.

Die OEG Düwags 82 beim 97 wurden beim Umbau für den Einmannbetrieb mit Federspeicherbremsen in beiden Triebgestellen ausgerüstet, so, wie es die dritte und vierte Bauserie ab Werk erhalten haben. Damit entfiel auch die Handbremse.

Die RHB-Züge wurden unterschiedlich umgebaut. Bei den Hängerzügen wurde nur in die Beiwagen eine Federspeicherbremse eingebaut, sodass dieser beim Abriss vom Triebwagen sicher und automatisch gebremst werden konnte, die Solenoidbremsen in Kombination mit einer Handbremse im Triebwagen blieb erhalten. Bei den Zwölfachsern erhielten die beiden Triebdrehgestelle Federspeicherbremsen, die Handbremse entfiel.

Die OEG-Bielefelder wurden beim Umbau für die OEG in den Triebdrehgestellen mit Federspeichern ausgerüstet, der Beiwagen hatte schon welche.

Auch die Typ Mannheim waren ab Werk mit Federspeichern geliefert worden.

Mit freundlichen Grüßen
Ralph Dißinger a.k.a. Lokleitung




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.20 19:44.
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