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Re: Verkehrsstudie 1971, Teil 50 (7 Forderungen) (184 Klicks)

10. März 2021 20:51
Prinzipiell wäre die Brechung der Linie ja gar nicht so unsinnig gewesen. Aber da die Fahrzeit der Strab in die Innenstadt von LU nicht wesentlich schneller ist als die der Busse hätte der Umstieg zunächst mal keinen Zeitvorteil gebracht, im Gegenteil, durch das Umsteigen hat sich die Reisezeit verlängert. Es war also eine reine Sparmaßnahme, man wollte Personal und Fahrzeuge sparen.



Und die ganze Maßnahme krankte damals auch noch an der höchst dilettantischen Ausführung:

Zunächst mal war ein Problem, dass die Linie 6 (oder war's noch die 37?) damals aus technischen Gründen noch mit Düwag-Achtachsern besetzt werden musste, weil die Hst. Friedensstraße für die Stadtbahnwagen noch nicht angepasst war. Manchmal lief auch noch der eine oder andere Sechsachser mit. Insofern war nicht zu allen Tageszeiten der Platz in der Strab vorhanden, um auch noch die Fahrgäste eines ganzen Regionalbusses aufzunehmen. Und schon gar nicht, wenn am Abend alle gleichzeitig nach dem Kino heimfahren wollten...

Zum Anderen war es damals so, dass am Schwanen die Regionalbusse und die Strab unterschiedliche Haltestellen bedienten, die Busse befuhren die Mundenheimer Straße und kreuzten so die Straßenbahngleise. Eine ordentliche Position, wo die Busse eine verspätete Bahn aus der Stadt hätten abwarten können gab es nicht. Eine Funkverbindung zwischen BRN und VBL selbstverständlich auch nicht, einige Busse der BRN-Subs waren damals überhaupt nicht mit Funk ausgerüstet.


Zum Dritten hat man in Ludwigshafen beim halbstündlichen Zentralanschluss am Berliner Platz sehr gerne unnötige Anschlüsse abgewartet. In der Regel waren die Linien vom Paradeplatz nach Rheingönheim und die vom Paradeplatz nach Oppau bzw. Oggersheim die ersten im Anschluss, weil sie vom Paradeplatz nur 6 oder 9 Minuten zum Berliner Platz benötigten, aber die beiden Zentralanschlüsse in MA und LU um eine Viertelstunde versetzt waren. Nach Rheingönheim hätte man also abfahren können, wenn die Bahnen aus Oppau, Friesenheim, Oggersheim und vom Hbf MA angekommen waren.

Je nachdem, welcher Mitarbeiter am Berliner Platz den Anschluss "überwachte" hat man die Linie NACH Rheingönheim gerne so lange zurückgehalten, bis auch die Linie AUS Rheingönheim und die vom Luitpoldhafen da waren, es war ja Zentralanschluss und man musste von überall nach überall umsteigen können no smiley Fünf Minuten verspätet aus dem Anschluss nach Rheingönheim abzufahren war völlig normal, zehn kamen auch mal gerne vor. Und der Busfahrer des BRN sollte am Schwanen zwar die Strab abwarten, konnte aber nicht erkennen, ob sie schon da war oder erst kommt und wenn sie erst kommen würde, mit wieviel Wartezeit das verbunden wäre. Die guten Busfahrer haben dann mal die einsteigenden Fahrgäste gefragt, ob denn die Bahn schon dagewesen wäre und haben ein paar Minuten zugegeben. Die anderen sind sofort oder nach ein oder zwei Minuten einfach weitergefahren.

Ich habe zu jener Zeit in Mutterstadt gewohnt und habe es ein einziges Mal darauf ankommen lassen, am Schwanen in den BRN-Bus nach Mutterstadt umsteigen zu wollen. Trotz Vormeldung bei den VBL ging es natürlich am Schwanen in die Hose, wir haben den Bus aber immerhin noch von hinten gesehen thumb up smiley. Wir waren zu dritt, der letzte Bus nach Mutterstadt war weg. Wir durften dann zunächst noch eine halbe Stunde auf den VBL-Bus nach Maudach warten und haben uns dann von dort aus ein Taxi nach Mutterstadt bestellt.

Kollege IM Frieder Schwarz war dann einige Tage später auf der Geschäftsstelle des BRN in Ludwigshafen, um die Taxirechnung erstattet zu bekommen. Wie zu erwarten, fühlte sich eigentlich niemand so richtig zuständig und es hat einiges an Hartnäckigkeit gekostet, das Geld zurückzukriegen.



Fahrgäste für den ÖPNV gewinnt man so eher nicht...



PS.
Das Busgejuckel von Mutterstadt nach LU war zumindest damals auch ziemlich lästig, weil man beim BRN keinerlei konstante Linienführung kannte, sondern die Busse mal linksrum, mal rechtsrum und mal die Haltestellen in anderer Reihenfolge anfahren ließ oder auch ohne erkennbare Gründe auf die Bedienung einzelner Haltestellen verzichtete. Ich habe es damals vorgezogen, mit dem Fahrrad oder KFZ von Mutterstadt zum Bahnhof Mutterstadt Hbf (heute auch als "Limburgerhof" bekannt) zu fahren und von dort aus die Eisenbahn zu benutzen. Mein damaliger Arbeitgeber, eine Eisenbahngesellschaft, hat mir dafür jahrelang eine Personalfahrkarte "C" kostenlos und ohne Versteuerung eines geldwerten Vorteils zukommen lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Ralph Dißinger a.k.a. Lokleitung




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.03.21 21:02.
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Lokleitung 10. März 2021 20:51



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