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Heute nun – endlich (bzw. schon) – Freiburg Teil 2: (364 Klicks)

24. September 2021 19:21
Wer beim letzten Mal nicht aufgepasst hat oder sich nochmal in das Thema einlesen will → klick.


Nun also zu letzten Tor (ja, muss sein): Der Name des um 1250 errichtete ebendiesem beruht wohl auf der Legende eines Kaufmanns, der mit zwei Fässern voll Geld aus Schwaben nach Freiburg kam, um die Stadt zu kaufen (ob dies wirklich ein Schwabe war?). Er wurde ausgelacht da sich herausstellte, dass seine Frau vor seiner Abreise heimlich das Geld gegen Sand und Kieselsteine ausgetauscht hatte – die Geschichte ist übrigens als Bild auf dem Schwabentor verewigt.



Na, was für ein schlampiges Unternehmen tired smiley: Da verlegen die sogar die Haltestellen – ich hoffe, sie suchen intensiv danach und sie wird bald wieder gefunden. So etwas ist mir noch nie passiert → also, dass ich meine verlegten Haltestellen nicht mehr gefunden habe (wenn auch manchmal nach langer Zeit).



Zur Abwechslung mal ein Bild ohne Bahn, jedoch mit dem oberen Teil des berühmten Freiburger Münster, eigentlich ja eine Kathedrale.
Ganz einfach: Irgendwann um 1200 im romanischen Stil begonnen, um 1513 im gotischen Stil als Münster vollendet – seit 1827 Bischofssitz und der hat eben eine Kathedrale (zu haben). Da der Südbadner sich wohl eher nicht gerne umstellt (auf keinen Fall mit stur zu verwechseln), nennt er es eben weiter: Münster.





In der Salzstraße eine Begegnung zweier Bahnen.


Dann gingen mir die Tore aus – aber sei's drum: Mit einem der 26 GT8Z, die 1994 zur Inbetriebnahme der Strecke nach Haid bei Duewag beschafft wurden, fuhren wir zu eben dieser Endhaltestelle. Mit einem Niederfluranteil von 48% waren sie die ersten serienmäßigen Niederflurstraßenbahnen in Deutschland – sagte man mir zumindest. Schön zu sehen ist der Zielschildkasten mit der Freiburg-typischen, großen Liniennummer – nur auf dem Schnappschuss grade mal nicht.

Nach zwanzig Betriebsjahren wurde dieser Fahrzeugtyp von 2012 bis 2021 grundlegend modernisiert, die Elektronik übrigens auch wie die eines Verkehrsunternehmens weiter nördlich durch Lolek & Bolek Cegelc. Das neue Lackschema rot/weiß/schwarz steht den Wagen ausgesprochen gut → dass leider – analog zur Liniennummer – auf meinem Foto ebenfalls nicht zu sehen ist.




Die 1990 und 1991 beschafften elf GT8N wurden, entgegen den ersten Bahnen dieser Bauserien bereits beim Bau von der Waggonfabrik Uerdingen mit einem Niederfluranteils versehen. Die in den Vorgängerfahrzeugen bewährte Gleichstromstellersteuerung, die über einen Sollwertgeber bedient wird, ermöglicht ein weitgehend (!) ruckfreies Beschleunigen und Abbremsen, zumindest wenn den der Fahrer dies auch will.




Hier nun die im Bericht weiter oben erwähnte ½ Stumpfendstelle am Europaplatz: Der GT8Z Nr. 261 ist aus dem Stadtteil Rieselfeld angekommen. Nachdem der Fahrer den Fahrerstand gewechselt hat, fährt er auf dem – jetzt Gegengleis – entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung einige Meter um dann über einen Gleiswechsel auf das Regelgleis zu fahren. Und obwohl dort nur die Linie 5 wie beschrieben regulär fährt, schließt sich ein komplettes Gleisdreieck an – dass auch, erkenntlich am Gleiszustand zumindest in Richtung Stadttheater öfters befahren wird.



Gleich daneben ein Elektrobus des Herstellers Solaris. Offenbar ist es in mehreren Städten Mode, die Busse, die mit Strom angetrieben werden, eine Lackierung die dem eines Europaweit operierenden Verkehrsunternehmens zum Verwechseln ähnlich sieht, zu verpassen → warum auch immer.
Eigentlich müsste er auch ein bisschen schwarz sein – wenn ich mich richtig erinnere, wird die Zusatzheizung bei dem osteuropäischen Hersteller mit Diesel betrieben – oder war dies nur in einer Stadt Namens Elbflorenz so?

Fragen über Fragen.

Strom scheint der Streckenlader zumindest im Augenblick nicht zu brauchen:



Und um allen Fahrzeugtypen der Stadt an der Dreisam (so nennt man dort den Neckar) irgendwie gerecht zu werden, ein Bild eines Siemens Combino, gemäß

Zitat
www
Wegen seines modularen Aufbaus mit standardisierten Bauteilen und des daraus resultierenden geringeren Preises galt der Combino lange als ein erfolgreicher Straßenbahn-Standardtyp
→ zumindest bis 2004.

Aber der Reihe nach: 1999 wurden neun Combino Basic ausgeliefert – 2004 stellte man fest, dass sich Schraubverbindungen lösen, die Betriebssicherheit war erheblich eingeschränkt. Da diese Fehler an allen, der weltweit rund 500 Bahnen auftrat, sprach man bald von der „Combino-Krise“.Am Wagen VAG-Wagen 272 wurden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, danach war er nur noch als Schrott zu gebrauchen. Die Sanierung aller gelieferter Combinos nahm etliche Jahre in Anspruch.



Der auf dem Bild zu sehende Typ Combino Advanced (2004 und 2006 ausgeliefert) Serie verstärkte der Hersteller die Wagenkästen von Anfang an verstärkt. Waren ursprünglich nur neun Fahrzeuge bestellt – als Ersatz für den verschrotteten Tw272 wurde eine 10 Bahn geliefert. Im Gegensatz zu der ersten Bauserie, bei der nur die Fahrerkabine klimatisiert ist, ist bei diesem Fahrzeugtyp der gesamte Fahrgastraum klimatisiert.
Nur so viel: Über die Kopfform kann man unterschiedlicher Auffassung sein – die Laufeigenschaften dieser „Kisten“ sind nicht überragend, Multigelenkfahrzeuge eben.

Der vorletzte Programmpunkt unseres Aufenthaltes: Die neueste Streckenverlängerung der VAG – mit der Linie 4 zur Messe. Ein Glück (für uns) das gerade keine ebensolche war.
Sonst wäre die Fahrt nicht so entspannt gewesen.



Im Innern der Schleife, die im Uhrzeigersinn befahren wird, befinden sich die Abfahrtshaltestellen der weiterführenden Buslinien. Die Steige weisen eine Z-Anordnung auf – für die Einrichtung einer solchen eine Innovation braucht man weiter nördlich wohl noch einige Heidel sad smiley.

Nun zum letzten Punkt in der Liste der Vier: Kaffee + Zwetschgenkuchen – gehört zusammen und schmeckt hervorragend.




Somit wäre das mit dem Essensbild ebenfalls erledigt und wir können uns der Heimreise widmen:

je weiter nördlich uns die Fahrt führte, desto „schlunziger“ (Mundart – nicht übersetzbar) wurden die eingesetzten Bahnen. Nach dem Ausstieg entschwindet der Triebzug mit den grässlichen Quietsch-Geräuschen in Richtung Pfalz.

Das Gelände im Hintergrund wird sich in den nächsten Monaten verändern: Auf den ehemaligen Parkplätzen der DB-Mitarbeiter entstehen gerade ein Hotel und ein Boardinghouse – wobei: Auf der Bahnstadtseite wird gerade ein ein ganzer Wald aus Hochhäusern erstellt → entspricht wohl gerade dem Zeitgeschmack.

Auch gut, mir muss es ja nicht gefallen, so als Dorfkind (ich denke, auf dem Emmertsgrund hat es auch mal so innovativ und modern ausgesehen – warteten wir 20/30 Jahre ab und sehen dann, dort aussieht → oder eben nicht rolling eyes smiley).



Zum Bahnhof in der Nähe meiner Wohnstadt gelangte ich mit einer etwas hochwertigeren als der rot-farbenen, was zugegebener Maßen auch nicht schwer ist.

Da ein Regionalbusunternehmen keinen Auftrag und/oder der Aufgabenträger keine Lust/Zeit/Geld (nichtzutreffendes bitte streichen) hatte, einen ebensolchen zu erteilen, fuhr gerade kein Bus in mein Dorf und ich bin eben – wie in meiner Kindheit oft – gelaufen.




Gut, an der Eisdiele habe ich mit eine Eiswaffel gegönnt → also (für die Statistiker) sogar zwei Kugeln, bei 5 km waren die locker aber wieder locker runter.
Unterwegs kam mir dann ein Wahlversprechen einer (zur Zeit regierenden) Partei in den Sinn, dass es zwischen 5:00 Uhr und 23:00 Uhr mindestens stündlich in jedes Dorf eine ÖPNV-Verbindung geben soll. ich denke, auf diesen Thema werde ich den zuständigen Minister bei nächster Gelegenheit einmal ansprechen (das letzte Mal bin ich ihn bei der Streckeneröffnung nach Eppelheim begegnet). Da hatte ich jedoch vergessen, das Thema zu erwähnen.


Na, ja – dann bei der nächsten Streckeneröffnung eben – ich befürchte die wird wohl eher nicht in Stadt sein, in der ich meiner Tätigkeit nachgehe don't know smiley.



Salü Erhard.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.09.21 19:25.
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H.F.,eh. F. 25. September 2021 00:01



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