Gute Frage.
Die OEG-Statistik nennt als Inbetriebnahmedaten für den 71 den 27.06.58, für den 72 den 9.07.58, für den 73 den 14.01.59 und für den 74 mit 18 Monaten Abstand den 23.07.60. Dennoch bin ich der Ansicht, dass die alle gleichzeitig bestellt wurden, immerhin sind/waren sie vom Baumuster her (Zentralfahrschalter und Siemens-E-Ausrüstung) komplett identisch.
Edit: komplett identisch waren sie doch nicht, siehe in den folgenden Beiträgen. Könnte also doch eine Nachbestellung gewesen sein.
Nächster in der Lieferfolge war dann der Gelenkwagen 80 (mit E-Ausrüstung von Siemens), der am 03.01.61 in Betrieb genommen wurde und zunächst als 75 einsortiert war.
Gemäß zeitgenössischer Berichte war es offenbar geplant, eine Serie von 5 oder 6 Gelenkwagen bei der Waggonfabrik Rastatt zu ordern, was dann vermutlich aufgrund der Schwierigkeiten mt den Rarei-Getrieben erstmal unterblieben ist.
Der Achtachser 75 wurde 1962 erstmal in 85 und dann im selben Jahr in 80 umbenannt, um für die 1963 gelieferten Vierachser 75, 76 und 77 Platz in der Nummernfolge zu schaffen.
Wie es dann genau dazu kam, dass man überhaupt noch einen Gelenkwagen abgenommen hat (der 81, wiederum von Siemens elektrisch ausgerüstet, ging am 5.10.63 in Dienst) und ob man für die Nachbeschaffung der drei Vierachser 75, 76 und 77 eine Bestellung von Achtachsern gewandelt hat oder einfach neu bestellt wurde, wird sich heute kaum mehr klären lassen.
Für eine Neubestellung spricht die Tatsache, dass die 1963 gelieferten Rastatter eine E-Ausrüstung von BBC mit Plattformfahrschaltern erhalten haben und damit technisch doch erhebliche Unterschiede zum 71-74 aufweisen.
Auch eine Frage ohne Antwort wird bleiben, warum man die Nummernlücke 78 und 79 belassen hat - oder ob hier eigentlich die Anschaffung von fünf Vierachsern geplant war.
Mit freundlichen Grüßen
Ralph Dißinger a.k.a. Lokleitung
3-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.03.24 09:43.