….......... ist eine kleine Museumsbahn im
Fränkischen, von der in den einschlägigen Magazinen und Foren der geneigte Interessierte nicht viel liest.
Und nein – der Triebwagen, der auf dem folgenden Bild zu sehen ist, dient nur der (möglichen) Anreise.
An einem – wahrscheinlich schon damals bei Bau – völlig überdimensionierten Bahnhofsgebäude steigt man am (heutigen)
Haltepunkt Seligenstadt aus (oder parkt) und wähnt sich völlig in der Einöde.
Das einzige, was eigentlich noch fehlt, ist, das aus den Lautsprechern
„Spiel mir das Lied von Tod“ ertönt 
.
Über den auf den auf dem Bild zu sehenden Fußweg erreicht man – übrigens gut ausgeschildert (wäre sonst wohl kaum zu finden) – einen Prellbock mit Bahnsteig.
Kleine Anekdote zwischendurch:
Beim Warten fragte mich ein ca. 5 Jähriger, ob ich denn auch mitfahren würde. Als ich dies bejahrte, erklärte er, das er auf keinen Fall einsteige.
Da er weiter nichts sagte, erklärte uns sein Vater, dass ihm der Zug zu laut „hupe“. Da er aber den Triebwagen mag und diesen unbedingt sehen will, kommen sie (fast) jeden Sonntag hierher → auch eine Beschäftigung.
Und da wartet man dann …............ bis es in der Ferne verdächtig vertraut (zumindest den Älteren) brummt.
Für die, die jetzt ein Fragezeichen im Gesicht haben, wir befinden uns an der 1909 eröffneten ca. 10km langen
Mainschleifenbahn nach
Volkach, die – seit 17. Oktober 1998 eben nicht mehr – in
Seligenstadt von der Bahnstrecke
Würzburg – Rottendorf abzweigt.
Geschichte in Kurzabriss:
1968 → Einstellung des Personenverkehrs
1991 → geht es dem Güterverkehr ebenso
1994 → Stilllegung.
2011 → Förderverein Mainschleifenbahn erwirbt die Strecke von der Deutschen Bahn
2003 → Einrichtung eines Touristischen Verkehrs durch die Betriebsgesellschaft Mainschleifenbahn
Und jetzt kommt die Zukunft
2028 → die Landkreise
Kitzingen und
Würzburg streben einen täglichen Personenverkehr an.
Na hoffentlich ist die Weiche dann wieder eingebaut → bzw. eigentlich Drei + eine Kreuzung, sowie entsprechender Signaltechnik (hoffentlich vergisst man dies nicht bei der Kalkulation

)
Nach der Übersichtskarte der Stecke für die Unwissenden (nein, nicht geklaut, hab' ich eigenhändig fotografiert), geht’s mit der Reise los:
Zuvor noch ein Bild des Fahrerarbeitsplatzes:
Kurz vor der Abfahrt fragte der Triebwagenfahrer den kleinen Jungen (wir erinnern uns), ob er denn nächsten Sonntag wieder da wäre, da er fahren könne man sich ja sehen.
Und dass wohl nicht Alle von Streckenbildern begeistert sind, ist auf dem folgenden Bild ersichtlich:
Es könnte natürlich auch sein, dass er vom historischen Zug begeistert ist → na, wenn ich's recht überlege: Eher unwahrscheinlich

.
Die Zugfahrten der Strecke, die heute über keinen Anschluss an die Große Weite Welt verfügt und auch keine Ausweichgleise hat, wird im
Zugleitverfahren geregelt; der Herr links im Bild, der während der kurzweiligen Fahrt alles wissenswerte und unmögliche erklärte, ist der Zugleiter.
Zufahrten müssen bei ihm telefonisch angefragt werden.
Gut – außer dem
Schienenbus nennt der Verein nur noch einen
Rottenkraftwagen und einen
Zweiwegbagger sein Eigen → übersichtlich also.
Ah – einen zweiten
Schienenbus als Ersatzteilspender möchte ich nicht unterschlagen → der fährt aber eher weniger.
Kleiner Nachteil beim Mitfahren:
Am
Hp Seligenstadt (Mainschleifenbahn) hat der Schienenbus eine Wendezeit von 20 Minuten mitten in der Pampa. Am anderen Streckenende sogar 50 Minuten – zwar auch nicht viel mehr los (außer ein paar mehr Gebäude), aber der Verein hat einen Bewirtungsstand und es roch nach Bratwurst.
Da wir an diesem Tag nicht nur
„ollen Schienenbus“ (O-Ton weibliche Begleitung) fahren wollen, zog es meine Reisebegleitung vor, parallel mit dem mitgebrachten Pkw zu fahren. Im Gegenzug hierfür bekam ich Streckenbilder, die man bei Mitfahrt eher weniger bis gar nicht bekommt.
Ah – ist übrigens kurz von dem
Bü über die
St2260 bei
Prosselsheim, dem (heutigen) Betriebsmittelpunkt.
Natürlich haben wir auch die An-/Abreise mit dem
ÖPNV überlegt – kurz nach der Verbindungssuche jedoch (trotz
D-Ticket) wieder verworfen.
Im
Hp Eisenheim muss die Anforderung des
Bü Volkacher Straße geschlüsselt werden.
Was aktuell etwas länger dauert, da den Kasten Wespen als Unterkunft in Beschlag haben (der Fahrplan ist mit einem Zug eher Makulatur).
Vom Auto aus sieht es dann so aus:
Natürlich soll auch ein Bild eines der typischen Haltepunkte nicht fehlen:
Mitten in der Einöde liegt der
Hp Escherndorf, lediglich 850m und läppische 120 Höhenmeter vom Namensgebenden Dorf entfernt. Gut – falls da mal wieder regelmäßig Zugverkehr fährt, freut man sich wenigstens auf den bergab führenden Heimweg

.
Gut → zu
DB-Zeiten dürfte die Wellblechbude dort nicht gestanden haben.
Wenigstens hat man beim warten auf den (zur Zeit kaum verkehrenden) Zug eine tolle Aussicht auf die
Mainschleife (is' doch auch was

).
Im weiteren Verlauf sieht man (zumeist) …............. Bäume. Laut Ausführungen des Zugleiters war die in den 60ger Jahren nicht so; na, da waren
Naturschutzgebiete – zumindest in einen
bunten Republik – weniger verbreitet.
Nach einer knappen halben Stunde erreicht man den (heutigen) Endpunkt
Astheim, ein Vorort von
Volkach. Früher(TM) führte eine kombinierte Schiene/Straßenbrücke über den
Main zum Endbahnhof am Rande der Innenstadt.
Nachdem die zum Ende des
II. Weltkrieges gesprengte
Mainbrücke 1949 durch ein Provisorium ersetzt worden war, wurde die Behelfsbrücke 10 Jahre später im Zuge des Ausbaus des
Mains zur
Großschifffahrtsstraße um 1,69 Meter angehoben – ein geplanter Neubau wurde über Jahrzehnte nicht realisiert.
Obwohl der wesentlich schwerere Militärverkehr die Brücke weiter befahren durfte, untersagte man den Zügen wegen angeblich mangelnder Tragfähigkeit die Überfahrt.
Die im September 2011 neue 199m lange Brücke wurde gleich ohne Schienen geplant (und gebaut).
Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass der geneigte Zugreisende (falls auf der Strecke wieder regelmäßiger
ÖPNV fahren sollte) überglücklich ist, wenn er rund 1,5km vor dem Ziel in einen Bus umsteigen darf ….....................
Salü Erhard
P.S. der Vollständigkeit halber: Der Junge + der Lokführer haben sich Sonntag's darauf wieder getroffen