Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben.
Gut erlebt haben wir mehr als wir wollten – aber der Reihe nach:
Zu
einstelliger Uhrzeit …................... nö → so hatte ich schon oft begonnen – und da Ihr eh' die Zeit auf der Kirchturmuhr ablesen könnt, lass ich dieses dieses mal weg.
Der
Regionalbus kam pünktlich (was eigentlich zu 99% der Fall ist), der Triebwagen der
S-Bahn Rhein-Neckar ebenso (was zu 99%
nicht der Fall ist) – aber für die Fahrt in die Provinzialhauptstadt hatte ich ja (wie so oft) Reservezeit eingeplant.
Auch der
ICE eines großen deutschen Fernverkehrsunternehmen verkehrte planmäßig – ein komisches Gefühl (sitzen wir im richtigen Zug?) kam auf. Und dass es auf der Reise wenig zu sehen gab, seht Ihr auf dem Foto oben.
Und falls sich einer fragen sollte, was es zu sehen gäbe, wenn man was sehen könne – eine Burg, auf der sich ein Aufrührer (für die einen), bzw. ein Reformator ( für die anderen) einer kirchliche Gemeinde jahrelang versteckt hielt (ah → jetzt zeigt sich, wer im Geschichtsunterricht nicht vor der Tür stehen durfte/musste

).
In der
Buntenhauptstadt angekommen, fuhren wir pünktlich (warum funktioniert dies dort – ist doch der gleiche Betreiber

) mit der dortigen
S-Bahn Richtung
Strausberg Stadt.
Gut – der
Stadtbahnhof liegt, wie sollte es auch bei Eisenbahnstrecken, die im 19. Jahrhundert gebaut wurden anders sein, rund 5km vom Zentrum entfernt → „Personenverkehr“ war ja in der Frühzeit der Eisenbahn – zumindest in dass, was sich heute
Deutschland nennt, eher Nebensache,.
Nicht wenige Städte beauftragten daraufhin einen Zubringerverkehr, der – Kutschen betrieben – oft überfordert war. Dem Zeitgeist folgend, wandelten die Entscheider diesen in eine elektrische Bahn um.
Im
Westen wurden diese in den 50ger/60ger Jahren als „unmodern“ eingestuft (Kunststücke, wenn man jahrelang nichts investiert), im
Osten dagegen fahren noch einige (eben, weil man in Neuerungen nichts investieren konnte).
Und so verbindet die
Strausberger Eisenbahn GmbH (STE) seit 1920 (heute) unter dem Liniensignal
89 das Stadtzentrum mit gut 6 km entfernt gelegenen Bahnhof → und bevor der Kommentar kommt, es sind ja nur 5,9 km Streckenlänge: Mann muss ja noch etwas zu Fuß laufen und eine Straße überqueren

.
Um dem Niederflurzeitalter gerecht zu werden, beschaffte man 2013 (analog zu
Berlin) von
Bombardier zwei 30m lange Niederflurtriebwagen des Typs
Flexity Berlin.
Als Reservetriebwagen dient einer der drei 1995 aus
Košice übernommenen
Tatra KT8D5.
Die Nummer
22 wurde 2014 modernisiert und mit einem Niederflurmittelteil versehen.
Gut – wenn man schon mal da ist, läuft man auch ein paar Schritte zum
Strausberger See (zumindest dass man sagen kann: „Da gewesen“

).
Da sich der Tag doch dem Ende entgegen neigte, war es Zeit sich um eine Herberge zu bemühen → hört sich gut an, macht man im Zeitalter des Internet natürlich Wochen vorher.
Und die fanden wir auf anraten eines
dicken guten Kumpels irgendwo zwischen
Köpenick (ja, dass mit dem Hauptmann) und
Friedrichshagen.
Dorthin gelangt man – wie auch sonst – mit der
Straßenbahn. Auf dem
Köpenicker Teil des 835 km (Gleislänge!!!) umfassenden
Berliner Straßenbahnnetzes verkehren ausschließlich die zwischen 1992 und 2003 von
MAN und
AEG hergestellten 105
Einrichter GT6N und die 45 Wagen des Typs
GT6N-ZR (Zweirichter).
Männer haben ja auch Gefühle: Hunger zum Beispiel.
Also machten wir uns (planlos) auf und fuhren mit der nächsten Linie
61 zur Endstelle
Waldschänke. Leider hält der Name nicht dass, was er verspricht – gut (bzw. nicht gut).
Fiktion: Der Schreiber dieser Zeilen hatte mal gelesen, dass man dort gut speisen könne.
Realität: Dort kann man nicht mal schlecht speisen

.
Und falls Ihr Euch wundert, dass der
GT6N so weit hinten in der Haltestelle steht → der Vorkurs stand bei der Ankunft noch da und war gerade abgefahren.
Durch ein Schnaken verseuchtes Waldstück gelangten wir an den
Großen Müggelsee → ein Bild des „ersten Blicks“ erspare ich Euch; dies sähe genauso aus, wie dass weiter oben gezeigte, nur ohne Fähre.
In wenige Hundert Meter (für manche – weit) Entfernung waren Lichter am Ufer erkennbar.
Lt.
Google eine Fischbude. Besser wie nix – also nix wie hin.
Zu unserer Überraschung entpuppte sich die Fischbude als gut besuchtes Ausflugslokal Namens
Fisch-Borke. Auf der Terrasse war direkt am See ein Tisch frei, die Bedienung war nett und das Essen hervorragend → sozusagen eine 10 von 10



.
Und wir konnten – als „perfekten Tagesabschluss“ – einen hervorsagenden Sonnenuntergang bewundern.
Mit mit einem Essensbild (soll ja gerne genommen werden), verabschiede ich mich für heute.
Bis die Tage zum 2. Teil.
Salü Erhard
2-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.09.25 06:51.