Falls Ihr Euch wundert, dass „wenn schon
Berlin“, wir so weit vom Stadtzentrum entfernt nächtigten, hier der (Haupt)Grund:
Wir wollten sehen, „was unsere alten Wagen machen“ - auch, wenn der eben gezeigte nicht dazu gehört.
Aber der Reihe nach:
Der Tag startet schlecht (aufstehen

) und begann perfekt mit einem hervorragenden Frühstück.
Im Anschluss begaben wir uns zum S-Bahn Haltepunkt
Friedrichshagen, bzw. wenige Meter neben dran.
Dort startet seit 28. August 1910 die
Linie 88 der
Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn GmbH (SRS) zu ihrer 14,1km langen Fahrt nach
Rüdersdorf (wie es auch schon im Namen steht.
Wir staunten natürlich nicht schlecht, als der im Dezember 2022 wurden von der
Ruhrbahn übernommene
Duewag M6C-NF Nr. 77 an der Einstiegshaltestelle stand (war ja schließlich Samstag). Mit diesem fuhren wir bis zur (anderen – bevor das Jemand unklar ist) Endhaltestelle.
Erkenntnis des Tages:
Welch ein schlotteriges Fahrzeug, wenig gepflegt und (leider) echt heruntergekommen. So etwas bin ich von einem anderen Betrieb, der Tw ähnlicher Bauform einsetzt, nicht gewohnt.
Der Nachfolgekurs war mit einem der vier
KTNF6 mit Niederflurmittelteil (also drei + einer Schrott) besetzt. Eine Mitfahrt wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Die Mittelteile der (ursprünglichen)
KT4D der 2009 bis 2011 gebraucht aus Cottbus übernommenen Tw. sind eine Entwicklung von
Schindler-Waggon. Sie bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Die Montage erfolgte beim
Gerätebau Mittenwalde.
Zu unserer Überraschung stand in der Endschleife
Rüdersdorf der 1966 gebaute Eigenbau
Tw 73 (gut; das
VEB Kombinat Lokomotivbau Elektrotechnische Werke „Hans Beimler“ Hennigsdorf (LEW) hat an dem vierachsiger
Zweieinhalbrichtungswagen wohl auch etwas gefertigt).
Da es auch „nicht so schüchterne Mitreisende wie ich einer bin“ gibt, kam ein Teil unsere Reisegruppe mit dem Personal ins Gespräch und wir wurden spontan zu einer Betriebshofführung eingeladen – wir müssten nur mit dem Linienzug zurückfahren (hatten wir eh' vor), Platz im historischen Wagen war durch die mitfahrende Hochzeitsgesellschaft so gut wie nicht vorhanden (und ich Introvertierter hätt' mich da sowieso nicht rein getraut

).
Von der Haltestelle kommend erblickt man erst den alten/ehemaligen Betriebshof, der heute nicht nur den historischen Fahrzeugen dient. Nein, es werden darin auch Bahnen abgestellt, die ….............. na, nennen wir es mal: Nicht gerade für den Linienverkehr genutzt werden.
So, wie der
KT4D, der (irgendwann einmal) wohl als Museumsfahrzeug Verwendung finden soll.
Ah – eines der gesuchten Objekte lugt rechts neben der alten Werkstatt hervor. Leider ist es nur noch der Rest des
(32)64, der – kaum, dass er in
Schöneiche angekommen war – Bekanntschaft mit einem Baum gemacht hatte. Aber die Geschichte dürfte ja hinlänglich bekannt sein

.
Nun hoffe ich, dass die Wagen, die in
HD eigentlich nur
„Niederflur“ genannt wurden, bei der
SRS gute Dienste leisten und sie lange was von den Wagen haben.
Ich bin mit den
Tw. immer gerne gefahren. Und auch mit den
EEF der Mittelteile kann man anständig durch Kurven fahren – und da hat es in
Heidelberg doch einige. Wenn ich mit der Schalterausführung auf dem Armaturenbrett nicht so zurechtgekommen bin – oute ich mich jetzt eher der „Fan“ klassischer Schalter.
Aber das hat sich ja mit den heutigen Fahrzeuggeneration
(RNT) eh' erledigt.
Nur die
SIFA, die man aufgrund einer Anordnung der
TAB einbauen musste, war wohl nicht so der Glücksgriff → aber die Kollegen der
SRS kennen ja nicht die Originalen

.
Im Betriebshof „begrüßte“ und ein alter Bekannter: Der
ExHeidelberger Tw 48 (im www wird er auch
47.5 genannt – blöde, meiner Meinung nach

).
Kurz Geschichte:
1999 bis 2011 wurden insgesamt 14
DUEWAG GT6a von der
HSB übernommen.
Heute sind noch drei davon vorhanden: Der
Tw 48 wurde im Mai 2024 in einen Auffahrunfall verwickelt. Da (aufgrund mehrerer Unfälle) bei der
SRS Wagenmangel (wer kennt dies nicht von einem Nahverkehrsunternehmen einer
Monopolregion) herrschte, bauten die Werkstattmitarbeiter (3 an der Zahl!!!) – neben ihren regulären Aufgaben – aus dem B-Wagenteil des
Tw 48 und dem A-Wagen des zuvor verunfallten
47 einen „Neuen“ zusammen.
Auf der Umfahrung standen (wie auch am „Ort, an dem die Weltachse geschmiert wird“) die Wagen dicht an dicht. Offenbar hat man auch hier ein Platzproblem und (eventuell) nicht gewusst, wie lang doch Bahnen sind?
Hinter ex-unserem
MGT6D Nr. 67 steht er letzte verbliebene
Transtech Artic.
Auch hier, für die, dies wissen (wollen):
Im Sommer 2018 wurde einer der beiden
Artic-Prototypen aus
Helsinki zwecks Testfahrten. Nachdem diese (ohne Baumtest) erfolgreich abgeschlossen wurden, übernahm die
SRS die Beiden
Tw. 402 und
401 (so rum geschrieben, denn der zweite war der Erste). Im Februar 2020 wurde dann (seit langem der erste) Neu-/Nachbau-
Atic mit der Nummer
53 angeliefert – leider nicht für lange: Im April 2024 wurde er bei einem Unfall schwer beschädigt und fällt wohl länger aus.
Ah – der andere ist (wie man liest) in der Hauptuntersuchung, die der auf dem Bild noch vor sich hat.
Insgesamt hat man noch drei
Gt6a: Der (heutige)
A95 wurde nachdem er im Linienverkehr nicht mehr benötigt wurde zum „neuen“ Werkstattfahrzeug umgebaut.
Der „alte“ Werkstatt-Tw. stand dahinter. Da aber die Halle derart „vollgestopft“ mit Fahrzeugen/Maschinen war, stand er relativ unfotografierbar …............. gut – es könnte auch sein, dass ich ihn vergessen habe, auf Platte zu bannen.
Der Dritte
Gt6a im Bunde darf natürlich nicht fehlen: Der
Tw. 46 steht auf der Umfahrung und wird heute nicht mehr planmäßig im Fahrgastbetrieb eingesetzt – die HU fehlt.
Und da – spätestens jetzt – die Frage aufkommt: Wart Ihr nicht in der Halle mit den Museumsfahrzeugen? Doch – waren wir; aber da es darin (salopp gesagt)
„aussieht, wie bei Hempels unterm Bett“ zeige ich hier keine Foto's.
Und wer nicht weis, wie es bei
Hempls aussieht, dem erkläre ich dies gerne bei einem „Schoppe“.
Gut – es gibt Vereine die wären froh über so eine Unterstellmöglichkeit, auch, wenn sie so aussähe

.
Das Highlight des Tages:
Wir wurden von den beiden Vereinsmitgliedern zu einer Fahrt mit dem
Tw 73 nach
Friedrichshagen (und natürlich auch wieder zurück) eingeladen. Und nein – keiner von uns hatte etwas in die Richtung erwähnt.
Vor dem Ausrücken mussten wir noch den Kurswagen vorbeilassen. Ganz schon kompliziert, wenn vor dem Betriebshof nur ein Gleis liegt, der
Tw zwei Fahrerstände aber nur auf einer Seite Türen hat. Aber, da dies ja jedes mal so ist, ist man daran wohl gewöhnt.
Der Turmwagen wird wohl nicht so oft benötigt? Gut – wahrscheinlich brauchen sie mehr den Lkw, der die Bahnen die an einer Einfahrt in ein (nicht näher benanntes) Autohaus eine unliebsame Begegnung haben, betreut.
Da wir auf dem Hof keinen derartigen gesehen haben – vielleicht steht der (vorsorglich) in der Nähe dieser Autowerkstatt.
Mit den Gedanken, ob es nicht billiger wäre, die besagte Einfahrt zu verlegen, endet meine heutige Erzählung. Aber vielleicht braucht Jeder seine
Zeppelinstraße …............. oder wahlweise
Kirchstraße (für diesen "Gag" braucht man eventuell etwas Insiderwissen

.
Salü Erhard
4-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.10.25 21:24.