Gleicher Tag → Szenenwechsel: Auf Anraten der netten Menschen, die uns durch den Betriebshof geführt hatten (im Theater wäre jetzt ein Applaus angebracht), fuhren wir mit einem Bus von
Schöneiche nach
Rahnsdorf. Natürlich wollten wir die Bahnen erleben über die wir schon so viel gehört und gelesen hatten: Die
Modertrans Moderus Gamma LF10ACBD.
Und wer's wissen will, was die Bezeichnung bedeutet, soll sich selber „schlau“ machen

.
Hat auf jeden Fall was mit laufender Nummer(Ein-/Zweirichter zu tun.
Nachdem seit 1977 gebrauchte
Gothawagen T57 und
Beiwagen B57 bei der
Woltersdorfer Straßenbahn GmbH (WS) eingesetzt werden, war es natürlich – auch hier – an der Zeit, an neue Bahnen zu denken. 2024/25 beschaffte man die vier bei Fans eher unbeliebten
Gamma's.
Damit kann man das Grundangebot auf der nur 5,6km langen Strecke für das werktags drei Bahnen benötigt werden, niederflurig anbieten.
Wobei niederflurig ist so eine Sache: Ich dachte, der Niederfluranteil der
Heidelberger M8CNF wäre schon bescheiden.
Aber, persönlich halte ich die Bahnen für diesen Betrieb absolut für toll und geeignet. Über das Äußere kann man – wie über alles – natürlich streiten. Aber so schlecht sehen sie nicht aus. Wären sie vor 30 Jahren gekauft, wären sie dem Zeitgeist entsprecht kantiger → gefällt auch nicht jedem.
Aber die Entscheidungsträger haben sich bestimmt lange und ausgiebig Gedanken gemacht, wie das Fahrzeug aussehen soll, welche Anforderungen es erfüllen muss und welchen Zwängen man unterliegt. Vielleicht man so als Anregung an die Kritiker.
Hat man ja woanders auch so gemacht. (streiche ich jetzt wohl lieber)
Starker Raucher/Zeitungsleser/Handy-süchtig darf am als Fahrer dort eher nicht sein.
Wendezeiten sind knapp bemessen bei einem 20 Minuten-Takt und 17 Minuten Fahrzeit auf der eingleisigen Strecke mit der Liniennummer 87.
Die
Straßenbahn Woltersdorf zählt das Unternehmen zu den kleinsten Straßenbahnbetrieben Deutschlands und ist auf jeden Fall die kleinste deutsche Kommune mit eigener Straßenbahn.
Am 01. Januar 2020 übernahm die (im letzten Bericht gezeigte) S
chöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn für 22½ Jahre die Betriebsführung. Seitdem haben einige Fahrer beide Fahrberechtigungen und es wird eher weniger „langweilig“.
Entweder sind hier Meister ihres Faches am Werk oder sie kennen einen guten Landschaftsgestalter

– bei einem Unternehmen einer
Monopolregion würden hier (etliche) Fahrspuren im Dreck zu sehen sein

.
Und wenn man schon mal hier in dieser Idylle ist, sollte ein kurzer Spaziergang zum Rand der
Rüdersdorfer Heide nicht fehlen. Leider haben wir sie nicht gefunden – dafür aber ein Blick auf den Ausläufer des
Kalksees. Auf eine Besteigung des Berges (nebenan) zum Aussichtsturm haben wir – mit Blick auf die Älteren unter uns – verzichtet.
Auf jeden Fall ist nachvollziehbar, dass die kleine Bahn im Ausflugsverkehr der
Berliner eine wichtige Rolle spielt, auch wenn sie hauptsächlich als Zubringer von
Woltersdorf zur
S-Bahn genutzt wird.
Als Tagesabschluss wollte ich noch nach
Alt-Schmöckwitz fahren. Ich hatte gelesen, dass dies eine tolle Strecke wäre.
Argumente, wie „weit von hier“ wurden entkräftet. Und nein – bevor der Gedanke aufkommt, ich
hätte „geplagt“ ….................. ich weis weder wie man dies schreibt noch was das ist

.
Erkenntnis des Tages:
Berlin ist doch größer als gedacht + es ist ein Kreuz, wenn man am
Westkreuz umsteigt.
Anscheinend gibt es über „tolle Strecke“ doch verschiedene Interpretierungen

. Auf die schnelle fallen wir da doch ein/zwei Handvoll Schönere ein.
Zumindest haben wir beim
„Italiener“ neben der Endschleife hervorragende Gerichte aus dem Herkunftsland des Inhabers zu uns genommen.
Und nein – nicht
Pizza (die soll ja lt. unbestätigter Meldungen aus
Spanien sein).
Und schon deswegen hat sich der Abstecher hierher auf jeden Fall gelohnt.
Salü Erhard