Heute soll es mal „in die Stadt“ gehen.
Gut – wenn in meiner Kindheit Eltern diese „Anordnung“ trafen, fuhr man nach
Heidelberg, oder – so 1x im Quartal – nach
Mannheim: Dass war aber dann schon „etwas besonderes“.
Kurze Erklärung für die Spätgeborenen:
„Damals“ gab es keine Diskussion darüber, ob man wollte oder nicht → entweder man wollte (war dann gut), oder wollte eben nicht (war den Erziehungsberechtigten meist egal und man wurde als „
bockig“ eingestuft). Ergebnis: Mit musste man auf jeden Fall

– oder, man musste bei dem Opa bleiben (was keine große Strafe war – durfte man aber erst zeigen, wenn die Eltern weg waren).
Soviel Exkursion nach „früher(TM)“ - wir fuhren anfangs des Monats ins
hässliche hessische Frankfurt, gerne auch als
Mainhattan Deutschland's bezeichnet (warum auch immer).
Na was gab es wohl dort zu sehen? Anfang März startet im
Feldbahnmuseum Frankfurt (dass nach mehreren Umzügen seit 1985 auf einem von der Stadt zur Verfügung gestellten Gelände am
Rebstockpark untergebracht ist), mit öffentlichen Fahrten „in die Saison“.
Nach unserer Ankunft und dem Entrichten des „Obolus“, beschlossen wir zuerst kräftig den den Verein zu unterstützen. Hiervon kein Bild – war aber sehr lecker (besonders der Kuchen!

).
Da Ihr hier ja eher Bilder sehen wollt, schauen wir uns also auf dem Gelände um:
Der Verein nennt (unter anderem) 20
Dampflok's,
40 Diesellokomotiven und ca. 200 Wagen sein eigen. Wobei wohl die meisten
Lokomotiven Privatbesitz sind. Um diese unterzustellen, wurden im Laufe der Jahre immer mehr Hallen erbaut. Die auf meinem Bild zu sehende ist mit Sicherheit nicht die schönste, mir gefällt diese aber am besten

, obwohl das geneigte Publikum sich hierfür weniger interessierte.
Gleich davor – meiner Meinung nach – ein besonderes Ausstellungsstück: Der
Eimerkettenbagger dürfte in Betrieb wohl nicht anders (also "
rostig") ausgesehen haben. Lediglich die beweglichen Teile waren „geschmiert“ und die Eimer dürften blank gewesen sein.
Leider habe ich noch nie einen in Betrieb erlebt → schade.
Das Gequietsche und Gescheppere dürften aber besondere Ausmaße angenommen haben, natürlich streng nach den (damals geltenden) Lärmschutzwerten.
Ganz im Gegensatz zum
Seilbagger. Diesen habe ich oft beim arbeiten zusehen können.
Durch die Arbeit meines Vaters kamen wir oft in
Sandgruben und ich konnte immer begeistert zusehen. Gut – die
Baggerfahrer verrichteten damals ihre Arbeit mit ganzem Körpereinsatz. Im engen Fahrerstand, ohne besonderen Schutzvorrichtungen zu den beweglichen Teilen war auch es auch nicht gerade leise zu nennen. Kleinere Reparaturen wurden selbst ausgeführt, da kam kein Servicefahrzeug. Wenn etwas größeres kaputt ging, erledigte man dies in der eigenen Werkstatt.
Aber die Alternative war ja der "
Handbagger"

.
Aber – an einem Fahrtag soll es ja auch „auf die Strecke“ gehen“:
Gefahren wurde mit zwei Zügen. Direkt zwischen den beiden
Lokschuppen liegt die Bekohlung.
Durch diese erreichen die Züge den
Bahnhof – wobei es hier eigentlich nur einen Bahnsteig und mehrere Rangiergleise gilt. Reicht aber aus.
Da eine Umsetzmöglichkeit fehlt (eventuell habe ich sie auch nicht gesehen), wird der eingefahrene Zug von einer anderen
Lok übernommen. Nach der Ausfahrt es Zuges rangiert die, die den Zug gebracht hat, zur Seite und übernimmt den Nachfolgenden.
Ziemlich simples System. In dieser „Stillstandszeit" können kleine Wartungen erfolgen → und sei es nur die Vorräte im Magen zu ergänzen

.
Nein – Spaß beiseite: Bei
Dampflokomotiven kann man immer etwas ölen und schmieren!
Aber starten wir mit 30 PS – wenn auch nur bildlich: Mit der kleinsten
Mallet-Gelenklokomotive von O&K, Baujahr 1909:
Seit 1991 befährt der Verein eine Strecke zwischen dem Vereinsgelände und den
Endbahnhöfen Kaiserdamm und
Rebstöcker Wald von etwa 1500 Metern Länge.
Zuerst fährt man durch eine benachbarte
Kleingartenanlage. Ich vermute, dass alle Gartenbesitzer begeisterte Eisenbahnliebhaber sind. Zumindest habe ich keine Protestschilder dagegen gesehen, wie sie in manchen Ortsdurchfahrten zu lesen sind.
Aber: Man plant eine neue Verbindung zwischen dem Vereinsgelände und dem „
Rebstock“, einem ehemaligen
Flugplatz – wenn ich richtig bin der erste
Flugplatz Frankfurts.
Nach der Ausfahrt aus der Kleingartenanlage/Einfahrt in den
Rebstockpark (je nach Fahrtrichtung eben) liegt ein Gleisdreieck. An diesem befindet sich wohl die
Fahrdienstleitung.
Zu tun gibt es genug: Die Weichen werden „händisch“ gestellt (da die Züge immer gleich fahren wären wohl
Rückfallweichen angebrachter), auch wird wohl hier die Einfahrt in die drei eingleisigen Abschnitte geregelt.
Endbahnhöfe sind ein ziemlich großes Wort. Kein Wunder, dass wir sie nicht gesehen haben, als wir durch den
Park zum Vereinsgelände (keine Parkplätze) gelaufen sind. Das Ausweichgleis liegt lediglich mitten im Gras, Hochbauten wie z. B. ein Bahnsteig oder eine Beschilderung fehlen völlig – einen Fußweg dorthin → Fehlanzeige. Da sollte der Verein doch ein wenig nachbessern, wenn er auf seiner
Internetseite empfiehlt die öffentlichen Parkplätze am
Rebstockbad zu nutzen und mit dem Zug auf das Vereinsgelände zu fahren. Auch ein/zwei Hinweisschilder wären empfehlenswert.
An unserem Besuchstag wurde die beiden Züge mit drei
Dampfloks und einer
Diesellok gezogen (Ihr wisst jetzt ja warum). An den beiden Endpunkten (ich nenne sie jetzt mal nicht „
Bahnhöfe“) muss umgesetzt (oder heißt es „umstecken“ - Fragen über Fragen) werden.
Da wäre doch – aus Vereinssicht – eine Ringstrecke durch den
Grünanlage mit See (
Park ist auch ein weiter Begriff) nicht zu verachten. Ist aber nur so ein persönlicher Gedanke.
Und mit dem Standartbild endet mein Bericht. Zumindest habe ich an dieser Stelle die meisten Fotografen gesehen

.
Ist schon gegensätzlich: Hochhäuser und kleine Feldbahnzüge.
Salü Erhard