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Mainhatten – oder kleine Bahn in der Großstadt (336 Klicks)

08. März 2026 14:26
Heute soll es mal „in die Stadt“ gehen.
Gut – wenn in meiner Kindheit Eltern diese „Anordnung“ trafen, fuhr man nach Heidelberg, oder – so 1x im Quartal – nach Mannheim: Dass war aber dann schon „etwas besonderes“.

Kurze Erklärung für die Spätgeborenen:
„Damals“ gab es keine Diskussion darüber, ob man wollte oder nicht → entweder man wollte (war dann gut), oder wollte eben nicht (war den Erziehungsberechtigten meist egal und man wurde als „bockig“ eingestuft). Ergebnis: Mit musste man auf jeden Fall don't know smiley – oder, man musste bei dem Opa bleiben (was keine große Strafe war – durfte man aber erst zeigen, wenn die Eltern weg waren).




Soviel Exkursion nach „früher(TM)“ - wir fuhren anfangs des Monats ins hässliche hessische Frankfurt, gerne auch als Mainhattan Deutschland's bezeichnet (warum auch immer).

Na was gab es wohl dort zu sehen? Anfang März startet im Feldbahnmuseum Frankfurt (dass nach mehreren Umzügen seit 1985 auf einem von der Stadt zur Verfügung gestellten Gelände am Rebstockpark untergebracht ist), mit öffentlichen Fahrten „in die Saison“.




Nach unserer Ankunft und dem Entrichten des „Obolus“, beschlossen wir zuerst kräftig den den Verein zu unterstützen. Hiervon kein Bild – war aber sehr lecker (besonders der Kuchen! thumbs up).


Da Ihr hier ja eher Bilder sehen wollt, schauen wir uns also auf dem Gelände um:
Der Verein nennt (unter anderem) 20 Dampflok's, 40 Diesellokomotiven und ca. 200 Wagen sein eigen. Wobei wohl die meisten Lokomotiven Privatbesitz sind. Um diese unterzustellen, wurden im Laufe der Jahre immer mehr Hallen erbaut. Die auf meinem Bild zu sehende ist mit Sicherheit nicht die schönste, mir gefällt diese aber am besten thumb up smiley, obwohl das geneigte Publikum sich hierfür weniger interessierte.



Gleich davor – meiner Meinung nach – ein besonderes Ausstellungsstück: Der Eimerkettenbagger dürfte in Betrieb wohl nicht anders (also "rostig") ausgesehen haben. Lediglich die beweglichen Teile waren „geschmiert“ und die Eimer dürften blank gewesen sein.

Leider habe ich noch nie einen in Betrieb erlebt → schade.
Das Gequietsche und Gescheppere dürften aber besondere Ausmaße angenommen haben, natürlich streng nach den (damals geltenden) Lärmschutzwerten.





Ganz im Gegensatz zum Seilbagger. Diesen habe ich oft beim arbeiten zusehen können.
Durch die Arbeit meines Vaters kamen wir oft in Sandgruben und ich konnte immer begeistert zusehen. Gut – die Baggerfahrer verrichteten damals ihre Arbeit mit ganzem Körpereinsatz. Im engen Fahrerstand, ohne besonderen Schutzvorrichtungen zu den beweglichen Teilen war auch es auch nicht gerade leise zu nennen. Kleinere Reparaturen wurden selbst ausgeführt, da kam kein Servicefahrzeug. Wenn etwas größeres kaputt ging, erledigte man dies in der eigenen Werkstatt.

Aber die Alternative war ja der "Handbagger" unhappy smiley.


Aber – an einem Fahrtag soll es ja auch „auf die Strecke“ gehen“:



Gefahren wurde mit zwei Zügen. Direkt zwischen den beiden Lokschuppen liegt die Bekohlung.
Durch diese erreichen die Züge den Bahnhof – wobei es hier eigentlich nur einen Bahnsteig und mehrere Rangiergleise gilt. Reicht aber aus.
Da eine Umsetzmöglichkeit fehlt (eventuell habe ich sie auch nicht gesehen), wird der eingefahrene Zug von einer anderen Lok übernommen. Nach der Ausfahrt es Zuges rangiert die, die den Zug gebracht hat, zur Seite und übernimmt den Nachfolgenden.



Ziemlich simples System. In dieser „Stillstandszeit" können kleine Wartungen erfolgen → und sei es nur die Vorräte im Magen zu ergänzen thumbs up.
Nein – Spaß beiseite: Bei Dampflokomotiven kann man immer etwas ölen und schmieren!


Aber starten wir mit 30 PS – wenn auch nur bildlich: Mit der kleinsten Mallet-Gelenklokomotive von O&K, Baujahr 1909:



Seit 1991 befährt der Verein eine Strecke zwischen dem Vereinsgelände und den Endbahnhöfen Kaiserdamm und Rebstöcker Wald von etwa 1500 Metern Länge.
Zuerst fährt man durch eine benachbarte Kleingartenanlage. Ich vermute, dass alle Gartenbesitzer begeisterte Eisenbahnliebhaber sind. Zumindest habe ich keine Protestschilder dagegen gesehen, wie sie in manchen Ortsdurchfahrten zu lesen sind.



Aber: Man plant eine neue Verbindung zwischen dem Vereinsgelände und dem „Rebstock“, einem ehemaligen Flugplatz – wenn ich richtig bin der erste Flugplatz Frankfurts.

Nach der Ausfahrt aus der Kleingartenanlage/Einfahrt in den Rebstockpark (je nach Fahrtrichtung eben) liegt ein Gleisdreieck. An diesem befindet sich wohl die Fahrdienstleitung.
Zu tun gibt es genug: Die Weichen werden „händisch“ gestellt (da die Züge immer gleich fahren wären wohl Rückfallweichen angebrachter), auch wird wohl hier die Einfahrt in die drei eingleisigen Abschnitte geregelt.




Endbahnhöfe sind ein ziemlich großes Wort. Kein Wunder, dass wir sie nicht gesehen haben, als wir durch den Park zum Vereinsgelände (keine Parkplätze) gelaufen sind. Das Ausweichgleis liegt lediglich mitten im Gras, Hochbauten wie z. B. ein Bahnsteig oder eine Beschilderung fehlen völlig – einen Fußweg dorthin → Fehlanzeige. Da sollte der Verein doch ein wenig nachbessern, wenn er auf seiner Internetseite empfiehlt die öffentlichen Parkplätze am Rebstockbad zu nutzen und mit dem Zug auf das Vereinsgelände zu fahren. Auch ein/zwei Hinweisschilder wären empfehlenswert.



An unserem Besuchstag wurde die beiden Züge mit drei Dampfloks und einer Diesellok gezogen (Ihr wisst jetzt ja warum). An den beiden Endpunkten (ich nenne sie jetzt mal nicht „Bahnhöfe“) muss umgesetzt (oder heißt es „umstecken“ - Fragen über Fragen) werden.
Da wäre doch – aus Vereinssicht – eine Ringstrecke durch den Grünanlage mit See (Park ist auch ein weiter Begriff) nicht zu verachten. Ist aber nur so ein persönlicher Gedanke.



Und mit dem Standartbild endet mein Bericht. Zumindest habe ich an dieser Stelle die meisten Fotografen gesehen tongue out smiley.

Ist schon gegensätzlich: Hochhäuser und kleine Feldbahnzüge.





Salü Erhard
Thema Autor Datum/Zeit

» Mainhatten – oder kleine Bahn in der Großstadt (336 Klicks)

Heidelberger Straßenbahner 08. März 2026 14:26



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