Für die, die es nochmals nachlesen wollen: Teil 1
klick, Teil 2
hier und Teil 3
do.
Tja – so kanns' kommen. Beim schreiben meiner Reiseerlebnisse bemerkte ich, dass ich doch einige Bilder mehr vorbereitet hatte → also blieb nur a) weniger Bilder zeigen oder b) meinen Bericht in (noch) mehr Teile aufzuteilen (sinnige Formulierung
).
Mit der Entscheidung für
b hoffe ich doch, dass ich die richtige Wahl getroffen habe; aus der (geplanten)
Tetralogie wird/wurde nun eine
Hexalogie – es folgen – nach diesem – also noch zwei Teile:
Also los:
Wieder zurück in
Aigle stand auf dem nebenan liegenden Gleis der Zug nach
Les Dialerets bereit.
Der Pendelzug bestand aus einem der vier 1987 beschafften Triebwagen
BDe 4/4. Der mitgeführte
Steuerwagen 434 dürfte einer der gebraucht von der
Birsigtalbahn (BTB) übernommenen Wagen gewesen sein – tja, für weiter Neuwagen fehlte wohl (auch in der
Schweiz) damals schon das Geld.
Aber, so ist es nun mal im Leben.
Zuerst mal wieder die Übersicht, der – meiner Meinung nach – schönsten Strecke der
TEP .
Es ist auch die Einzige der vier, die ohne Zahnrad befahren wird. Eine Vereinheitlichung der Züge wird es deshalb auch in der Zukunft, trotz geplanter Neubeschaffung von Triebwagen, nicht geben, auch mit Anpassung der Fahrspannung/Zahnstangensystem/Signalsystem.
Zunächst etwas Bildung:
Die (heute) 23 km lange Strecke
Aigle – Le Sèpey der
Chemin de fer Aigle–Sépey–Diablerets (ASD), wurde 1913, die Verlängerung
Le Sèpey – Les Diablerets 1914 eröffnet. Die Nachkriegszeit überlebte bis zu 60Promille steige Bahn nur, weil die Straße nach
Les Diablerets nicht wintersicher war. Nach deren entsprechendem Ausbau, wollte der Bund Anfang der 1980er Jahre die
ASD einstellen, bzw. durch den Bus ersetzten. Der Kanton (ver)sprach einen Kredit von 17,9 Millionen Franken für die Erneuerung. Die Konzession wurde daraufhin verlängert. Nach viel Blabla und Unstimmigkeiten ist seit 1999 der Weiterbetrieb jedoch gesichert (war sozusagen die Kurzform).
Der schönste Streckenteil ist wohl die Vorbeifahrt am Schloss Aigle
und die anschließenden Serpentinen.
Da es vom Schloss/Bahn viele (und wahrscheinlich bedeutend bessere) Bilder zu sehen gibt, zeige ich eines, auf dem sich das im 11. Jahrhundert begonnene
Château d’Aigle (dt.:
Adlerburg) hinter Weinreben versteckt – den Kran habe ich aber hervorragend getroffen und nicht wegretuschiert, weil er eben zum Aufnahmezeitpunkt dort stand/ich es nicht kann
.
Gut, wenn man die Serpentinen der Strecke auf Bild bannen will, dann hat man unweigerlich auch das
Castel, Pardon
Château mit drauf. Komisch, ich habe bisher noch kein Bild gesehen, auf dem dieses wegretuschiert wurde → warum eigentlich?
Und weil die ganzen Kurven, die bei unserem südlichen Nachbarn wohl Seitentalkehren genannt werden, nicht auf ein Bild gehen, gleich mal ein Zweites:
Am gegenüberliegenden Berghang entdeckt übrigens der der genau hinschaut, die 1916 eröffnete 6,2 km lange Strecke der
Chemin de fer Aigle–Leysin (AL). Und wer noch genauer schaut, auch eine Zugkomposition.
Wie bereits im Teil 3 geschildert, schlossen sich 1999 die vier Bahnen zur
TPC (siehe dort (nach), ich schreibe dies ja nicht 2x
. Für die Strecke nach
Les Dialerets bedeutete dies in den folgenden Jahren: Erneuerung der Oberbaus, der Fahrleitung und der Signaltechnik. Im
www kann man lesen, dass am 16. November 2016 die neu aufgestellten Signale in Betrieb genommen wurden. Ob ab diesem Zeitpunkt bereits die Zugsicherung aktiv war, beantwortete die
TPC auf Anfrage nicht – mir übrigens auch nicht (hab' ja auch nicht gefragt).
Ob das auf dem Bild zu sehende Portal zum 39m langen Tunnel
Plambuit (wohl eher) oder zum 202m langen Tunnel
Dard (wohl weniger) gehört, habe ich (ebenfalls) entweder nicht aufgeschrieben/vergessen
. Der Talblick entstand – da bin ich mir relativ sicher – bei Streckenkilometer 10,15 im 863m hoch gelegenen Bahnhof
Exergillod.
Und der Blick täuscht nicht – die abseits der Bebauung liegende Streckenführung war – wie auch bei anderen Bahnen – der Hauptgrund für die „Bemühungen“, die Strecke einzustellen, bzw. auf (den neuen, komfortablen Bus umzustellen, denn dieser bediene (unbestreitbar), „ja die Orte zentral“, die Linienführung (oft) „kreuz und quer“, verschwieg man gerne.
Der Keilbahnhof (lustige Bezeichnung für eine Weiche im nirgendwo)
Les Planes kann man vom Zug aus (relativ) schlecht aufnehmen – unser Wunsch nach einem Fotohalt wurde weniger nachgekommen, ob dies die wenigen Fahrgäste gestört hätte → keine Ahnung.
Zwischendurch mal wieder ein Landschaftsbild, dass von der 97m langen Brücke
Planches aus aufgenommen wurde; auf der kombinierten Straßen/Bahnbrücke liegen die Gleise in der Fahrbahn, ohne dass eine Signalanlage die Bahnen absichert. Weit unter uns ein Bach mit dem belanglosen Namen
Grande Eau (dt.
großes Wasser), ob die bis zum 16. Jahrhundert verwendete Bezeichnung
Rionziaz besser war, konnte ich (sehr zu Leidwesen aller) nicht in Erfahrung bringen.
Auf dem Bild ist übrigens die
Pont d'Aigremont zu sehen, die Teil der wintersicheren Straße in den einsam gelegenen Dörfer ist.
Aber wir (be)fahren ja zuerst mal die rund 300m lange Stichstrecke nach
Le Sèpey. Planungen diese „abzuhängen“, bzw. in
Les Planes ein Dreieck für Direktfahrten zu bauen, gibt es immer wieder (mal). Auf jeden Fall kreuzen im Kopfbahnhof die Züge. Da wir (sozusagen) „eher da waren“, blieb Zeit für ein Foto.
Nach 21,5 km umfährt man sozusagen den kleinen Ort
Vers-l'Eglise auf mittlerweile 1136m ü.NN. – da das Bild der "Dorfumfahrtung" selbst für meine Verhältnisse "miserabel" geworden ist → ein Schnappschuss des schönen Bahnhofgebäudes – sozusagen „als Entschädigung“:
Nach rund 50 Minuten Fahrzeit, die einem „ewig“ (schön) vorkommen, erreicht man dem auf 1155m hoch liegenden Endpunkt
Les Diablerets – lt. Internet ein „auf den Sommer- als auch auf den Wintertourismus ausgereichter Ort“ mit 1424 Einwohnern → wenn alle da sind.
Noch ein bisschen Wissenswertes:
Geplant ist die Strecke rund 800m in südlicher Richtung bis zu einer neuen Gondelbahn, die ins Skigebiet
Les Diablerets/Villars/Gryon (waren wir da nicht gestern?) führt, zu verlängern. Offenbar verzögert sich der Landerwerb – vorgesehen war, bis zum Winter 2021/22 zu fahren.
Nun, so konnten wir zwar nicht fahren, dafür aber ein Bild des Bahnhofensemble aufnehmen.
Sozusagen „hinter dem Bahnhof“ entdeckten wir den Postautoanschluss nach
Gstaad. Nach dessen Abfahrt kam uns (also eigentlich nur einem) der Gedanke; dass wir da mitfahren gekonnt hätten und ab da mit der
Montreux-Oberland-Bahn (MOB) zurück.
Tja, manchmal sind selbst die Schweizer schnell, bzw. schneller als wir
.
Wäre die (einst) geplante und bereits konzessionierte Verlängerung der Strecke über den
Pillon-Pass bis
Gstaad (die heute der Bus befährt) gebaut worden, hätten wir im Zug sitzenbleiben können …........................ tja vielleicht.
Bis die Tage &
Salü Erhard
4-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.11.23 19:19.